Thin Clients als Ersatz für Desktop-PCs

Thin Clients als Ersatz für Desktop-PCs

Mini-PC

Bildnachweis: DD Images/fotolia.com

Thin Clients sind kleine Arbeitsplatzcomputer, die im Wesentlichen als Schnittstelle zur Dateneingabe und Datenwiedergabe dienen. Die eigentliche Rechenleistung wird auf einen zentralen Server verlagert. Thin Clients verfügen über deutlich weniger Hardwarekomponenten als Desktop-PCs. Auf Lüfter und Festplatten wird in der Regel verzichtet. Aus der reduzierten Ausstattung ergibt sich eine wesentliche Energieersparnis im Vergleich zum Desktop-PC. Auch sind die Geräte dadurch wartungsärmer und langlebiger.

Technische Voraussetzungen für die Benutzung von Thin Clients

Thin Clients müssen permanent mit einem leistungsfähigen Terminalserver verbunden sein. Da ein Großteil der Rechenleistung – und damit auch des Energieaufwands – auf den Server verlagert wird, sollte dieser energieoptimiert betrieben werden. Nur dann ist gewährleistet, dass die insgesamt aufgewendete Energiemenge sinkt.

Energiesparpotenzial

Der Einsatz von Thin Clients ergibt dann einen Energiespareffekt, wenn er mit einem energieoptimierten Terminalserver verbunden ist. In diesem Fall verbraucht der Thin Client etwa 61 kWh pro Jahr. Ein Desktop-PC verbraucht dagegen 88 kWh im Jahr.

Wirtschaftlichkeit

Durch die reduzierte Ausstattung können Thin Clients in der öffentlichen Beschaffung etwas günstiger sein als Desktop-PCs. Auch die Kosten für Wartung und Administration verringern sich. Da die Hauptrechenleistung auf den Server verschoben wird, muss in diesem Bereich etwas mehr Geld für Wartung und Administration einkalkuliert werden.

Fazit

Der Einsatz von Thin Clients erfordert in jedem Fall eine genaue vorausgehende Systemanalyse und setzt voraus, dass die Umgebung ohne größere Softwarewechsel auch längerfristig konstant gehalten werden kann. Bei einer großen Anzahl einheitlich strukturierter Arbeitsplätze ist die Prüfung des Konzepts in jedem Fall sinnvoll. Bei Umgebungen mit stärker individualisierten Anforderungen ist das Konzept dagegen nicht wirtschaftlich. Auch spezielle Anwendungen, die eine hohe Rechenkapazität benötigen (z.B. Videobearbeitung) sind auf einem Desktop-PC besser aufgehoben.

Vorteile

  •     Energiesparpotenzial bei energieoptimiertem Terminalserver
  •     bei geeigneter Infrastruktur geringere Wartungs- und Pflegekosten

Nachteile

  •     Es wird eine pflegeintensive Infrastruktur im Backend benötigt.
  •     Bei Störungen fallen gegebenenfalls viele Arbeitsplätze gleichzeitig aus.
  •     In Umgebungen mit differenten Fachanwendungen bzw. vielen einzelnen Nutzerprofilen ist die Nutzung schwierig (hoher Pflegeaufwand, Performanz ggf. schlecht) bis unmöglich (falls Software nicht kompatibel).

Als Übergangslösung zum Thin-Client-System können Desktop-PCs mit Anschluss an einen Terminalserver wie Thin Clients verwendet werden. Dabei sollten jedoch vor allem ältere Geräte energiesparend verwendet werden (Energiesparmodus über PC-Einstellungen, schaltbare Steckerleisten).

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