Aktuelles und Termine

Nachlese zum Workshop „Wie energieeffizient ist mein Rechenzentrum?“
17.05.2019

Auf Einladung der Kompetenzstelle Green IT des Umweltministeriums Baden-Württemberg trafen sich am 11. April 2019 Rechenzentrumsverantwortliche der Universitäten und Hochschulen am Höchstleistungsrechenzentrum in Stuttgart. Ziel der Veranstaltung: Das Ausloten des Ist-Zustands von möglichen Energieeffizienzmaßnahmen und von etwaigen Schwierigkeiten beim Heben der Potenziale.

Vier Vorträge gaben den Einstieg in den Workshop: Ralf-Peter Winkens (Universität Mannheim) und Professor Dr. Jan Münchenberg (Hochschule Offenburg) berichteten anschaulich über die Planungsprozesse ihrer neuen Rechenzentren und zeigten dabei auch Fallstricke und Schwierigkeiten auf. Dr. Dieter Thiel von der DC-Datacenter Group stellte neue Effizienztechnologien vor. Dr. Ulrike Kugler vom Umweltministerium informierte die Teilnehmenden über aktuelle Entwicklungen in der Landesstrategie Green IT.

Nach einer Mittagspause in lockerer Atmosphäre mit Zeit zum direkten Austausch folgte die „Interaktive Potenzialanalyse“. Anhand verschiedener Thesen wurde eifrig über Möglichkeiten zur Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen an Rechenzentren diskutiert. Dabei waren sich die Beteiligten in vielen Punkten einig.

Zeit für persönlichen Austausch

 

Zentrale Vorgaben und Kennzahlen gewünscht

Viele Teilnehmende stimmten zu, dass zentrale Vorgaben zum Energiesparen seitens des Landes nötig seien. Sie würden dem Thema Green IT einen höheren Stellenwert an Universitäten und Hochschulen verschaffen und die Durchsetzung von Maßnahmen vorantreiben. Zudem würde eine standardisierte und transparente Erhebung der Energieverbrauchsdaten über einheitliche Kennzahlen eine Vergleichbarkeit schaffen und den Austausch über passende Maßnahmen und ihre Planung erleichtern.

Interaktive Potenzialanalyse

 

Der allgemeine Wunsch nach Übersichtlichkeit und Transparenz gilt auch in anderen Bereichen: Zu neuen Technologien stehen die Hochschulen zwar im regen Austausch miteinander, es gibt aber noch wenig Erfahrung damit. Eine aktuelle Übersicht über Effizienztechnologien würde den Verantwortlichen viel Rechercheaufwand ersparen. Ähnlich verhält es sich mit aktuellen Fördermöglichkeiten. Die Teilnehmenden wünschen sich hier mehr Transparenz und eine übersichtliche Liste, zum Beispiel in Form eines Förderkatalogs. Die Zusammenstellung der Energiesparmaßnahmen auf der Webseite green-it.baden-wuerttemberg.de trifft also einen Nerv. Sie könnte durch einen Förderkatalog ergänzt werden.

Eine klare Struktur vermissen die RZ-Verantwortlichen vor allem bei der Planung und Umsetzung von Baumaßnahmen. Hier ist oft nicht klar, zu welchem Zeitpunkt welche Stakeholder miteinbezogen werden müssen. Von allen Stakeholdern wie auch den Bauämtern wird erwartet, dass sie sich offen gegenüber Green IT-Maßnahmen zeigen und diese fachkundig ausführen.

Tipps zur Zertifizierung

Auch das Thema Zertifizierung stieß auf breites Interesse. Hier konnte Rolf Bogus von der Universität Heidelberg Auskunft geben. Er begleitet die Zertifizierung des dortigen Rechenzentrums mit dem Blauen Engel. Die Zertifizierung sei ein Anreiz für das regelmäßige Monitoring zum Energieverbrauch, so Bogus. Allerdings sei der der Aufwand für die Zertifizierung nicht zu unterschätzen, da die erforderlichen Messungen allein ein Jahr dauerten. Bogus empfiehlt daher eine Beratung durch einen mit dem Zertifizierungsprozess betrauten Berater im Vorfeld. Die Beratung zur Zertifizierung des Rechenzentrums der Universität Heidelberg wird daher mit Sachmitteln der Landesstrategie Green IT unterstützt.

Häufig verlangt eine Zertifizierung viele Maßnahmen, die ohnehin durch andere Verordnungen und Richtlinien gefordert sind. Für kleinere Rechenzentren kann es daher daher im ersten Schritt ausreichend sein, sich an einer Norm wie EN 50600 für einen effizienteren Betrieb im Rechenzentrum zu orientieren.

Am Schluss der Veranstaltung gab es eine kleine Führung durch das Höchstleistungsrechenzentrum Stuttgart mit dem Superrechner „Hazel Hen“.

Supercomputer "Hazel Hen"

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