Die Landesstrategie „Green IT 2020“

Die fortschreitende Digitalisierung in allen Bereichen der Gesellschaft bringt eine immer stärker wachsende Vielfalt von IT-Lösungen und IT-Nutzungen mit sich. Mit dem steigenden Bedarf an moderner IT-Infrastruktur und Endgeräten nehmen auch der Energie- und Ressourcenbedarf für die Herstellung und Nutzung dieser Technologien immer weiter zu. Diese Entwicklung steht unter anderem mit den Nachhaltigkeitszielen der Landesregierung Baden-Württemberg in Konflikt. So sieht das Klimaschutzgesetz von 2013 eine bis zum Jahr 2040 weitestgehend klimaneutral organisierte Landesverwaltung vor. Sicherstellen soll dies das Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK).

Mit einem Anteil von ca. 30 % am Gesamtstromverbrauch der Landesverwaltung kommt der Landes-IT beim Erreichen der Nachhaltigkeitsziele eine Schlüsselrolle zu. Um den Energie- und Ressourcenverbrauch in diesem Bereich zu begrenzen, hat das Kabinett im Juli 2014 die Landesstrategie Green IT 2020 beschlossen.

Ziel der Strategie ist es, den IT-induzierten Energieverbrauch im Zeitraum von 2015 bis 2020 jährlich um 2 % zu mindern. Außerdem sollen die Beschaffung, der Betrieb und die Entsorgung relevanter IT nachhaltiger gestaltet werden. Als weiterer Punkt steht auf der Agenda, die Akteure und Themen auf der Landesebene zu vernetzen. Koordiniert wird die Landesstrategie Green IT 2020 von der gleichnamigen Kompetenzstelle am Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Der Umsetzungsprozess gliedert sich in die drei folgenden Aktivitätsfelder.

1. Forschung und Monitoring

Ein zentrales Arbeitsfeld bildet das Monitoring des IT-spezifischen Energieverbrauchs aller Ressorts auf Basis einer eigens für diesen Zweck geschaffenen konsistenten Datenbasis. Bei der Datenerhebung fand ein wissenschaftlicher Ansatz in Form der zwei folgenden Forschungsvorhaben Anwendung:

  • „Erstellung des Inventars der Informations- und Kommunikationsgeräte in Landeseinrichtungen Baden-Württembergs und Ableitung IT-bezogener Energieverbräuche“
  • „Bewertung von Green IT-Maßnahmen hinsichtlich ihres spezifischen Energie- und Ressourceneffizienzpotenzials“.

2. Praxistransfer und Kommunikationskonzept

Bei der praktischen Umsetzung der in den Forschungsvorhaben ermittelten Potenziale sind fallspezifische Randbedingungen zu beachten. Für die jeweilige Behörde hat dies einen gegenüber konventionellen, weniger nachhaltigen Lösungen gesteigerten Planungsaufwand zur Folge. Zur Überwindung dieser Hürde werden Sachmittel der Kompetenzstelle Green IT für entsprechende Beratungsleistungen eingesetzt.

In Baden-Württemberg wird das Projekt innerhalb der Landesverwaltung als „Praxistransfer Green IT“ beworben. Bezugsberechtigte des Praxistransfers sind grundsätzlich alle Landeseinrichtungen mit Zugriff auf den zentralen Warenkorb des Logistikzentrums Baden-Württemberg (LZBW).

3. Förderung und Umsetzung

Für die weiterführende Bewertung (beispielsweise von Ergebnissen des Praxistransfers) und für die direkte Hilfe bei der Implementierung komplexerer Maßnahmen (wie zum Beispiel dem optimierten Betrieb einer Serverraum-Kälteanlage) kann ein individueller Antrag auf Förderung aus den Sachmitteln der Kompetenzstelle Green IT gestellt werden. So ist gewährleistet, dass das Unterstützungsangebot alle Schritte auf dem Weg der Umsetzung abdeckt. Alle in diesem Schritt gewonnenen Erkenntnisse fließen wiederum in die Fortschreibung der Landesstrategie Green IT 2020 ein.

GreenIT- Energiesparpotenziale - Endbericht final.pdf

Dokument

Endbericht zum Projekt Green IT-Einsparpotenziale, Stand November 2017     (Dateigröße 14 MB)

Landesstrategie_GreenIT_Kurzfassung.pdf

Dokument

Schritte zu einer ressourcenschonenden IT-Struktur in der Landesverwaltung (Dateigröße: 282 KB)